Prähistorische Sensation in Vaihingen: Gräber aus 400 v. Chr. entdeckt!
In Vaihingen an der Enz wurden bedeutende archäologische Funde aus der prähistorischen Zeit entdeckt, darunter Gräber aus der La Tène-Kultur.

Prähistorische Sensation in Vaihingen: Gräber aus 400 v. Chr. entdeckt!
In Vaihingen an der Enz, wo sich die B10 und die Stuttgarter Straße kreuzen, ist ein schockierender archäologischer Fund gemacht worden. Während vorbereitender Ausgrabungen für einen neuen Industriepark stießen die Forscher auf eine große prähistorische Stätte, die über 1.100 Strukturen und Funde birgt, einige davon bis zu 7.000 Jahre alt. Dies berichtet Labruja Verde und hebt die bedeutende kulturelle und geschichtliche Relevanz dieser Region hervor.
Ziel dieser Ausgrabungen unter der Koordination des Landesamts für Denkmalpflege der Stuttgarter Regierung und ArcheoConnect GmbH ist es, Kulturgüter vor Baubeginn zu sichern. Die Fläche von rund vier Hektar hat sich als Schatztruhe herausgestellt, die nicht nur Überreste von Wohnstätten und Gräbern offenbart, sondern auch einen tiefen Einblick in die frühe Landwirtschaftsgesellschaft der Linearbandkeramischen Kultur gibt.
Verblüffende Funde und Erkenntnisse
Zu den bemerkenswertesten Entdeckungen zählen ein männliches Skelett in Fötusstellung, das mit einer polierten Steinaxt datiert auf das späte Neolithikum in Verbindung gebracht wird, sowie zwei weibliche Skelette, die auf etwa 400 v. Chr. datiert werden. Diese stammen aus der frühen La Tène-Kultur. Die Gräber der Frauen zeigten keine bekannten rituellen Bestattungspraktiken, was Fragen zu den Umständen ihres Todes aufwirft. Wissenschaftler vermuten, dass sie möglicherweise durch Gase von verrottenden Lebensmitteln erstickt wurden. Die Frauen waren mit kunstvoll gefertigten Ornamenten geschmückt – das Mädchen trug zwei Bronzearmbänder und die Frau eine Halskette aus blauen Glasperlen.
Zusätzlich wurden mindestens neun weitere Gräber sowie ein Nahrungszubereitungspit aus der protohistorischen Periode entdeckt. Auch Langhäuser, die bis zu 20 Meter lang sind und auf das Mittlere Neolithikum zurückgehen, wurden gefunden. Diese Funde belegen die kontinuierliche Besiedelung der Region entlang des Enzflusses seit 7.000 Jahren, wie Maneul Birker, der Ausgrabungsleiter, betont.
Zukunftsausblick für die Funde
Die Dokumentation aller Funde ist abgeschlossen, und sie wurden in das archäologische Fundarchiv des Landes Baden-Württemberg in Rastatt überführt. Die lokale Archäologin Andrea Majer äußert die Hoffnung, dass die Funde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, vielleicht im Zuge der Gartenschau 2029. Ein aufregendes Unterfangen, das nicht nur die Faszination für unsere Vorfahren befeuert, sondern auch das Interesse an der Geschichte der Region neu entfacht.
Die vielfältigen Entdeckungen in Vaihingen an der Enz passen gut in die reiche archäologische Landschaft Deutschlands. Berühmte Stätten, wie die Pfahlbauten vom Bodensee oder das alte Löwenmensch-Fundstück aus dem Lonetal, zeugen von der langen und bedeutsamen Geschichte der Menschheit in dieser Region, wie National Geographic aufzeigt. Die aktuellen Ausgrabungen stehen somit in einem sehr wichtigen Kontext und tragen zur weiteren Erforschung und Würdigung der Kultur vor über 400 v. Chr. bei.