Streit um Buslinie 920: Unterallgäu blockiert Neu-Ulm-Pläne!

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Landkreise Neu-Ulm und Unterallgäu streiten über Buslinie 920. Gespräche zur ÖPNV-Zukunft finden am 24. Juni in Augsburg statt.

Landkreise Neu-Ulm und Unterallgäu streiten über Buslinie 920. Gespräche zur ÖPNV-Zukunft finden am 24. Juni in Augsburg statt.
Landkreise Neu-Ulm und Unterallgäu streiten über Buslinie 920. Gespräche zur ÖPNV-Zukunft finden am 24. Juni in Augsburg statt.

Streit um Buslinie 920: Unterallgäu blockiert Neu-Ulm-Pläne!

Wenn man die Mobilität im Unterallgäu und Neu-Ulm betrachtet, wird schnell klar: Hier gibt es unterschiedliche Meinungen und Ansätze. Kürzlich hat der Ausschuss für Mobilität im Landkreis Unterallgäu einstimmig den Plänen der Stadt Neu-Ulm widersprochen, die Buslinie 920 zwischen Babenhausen und Illertissen in ihr neues Linienbündel zu integrieren. Die Linie 920, die derzeit täglich 14 Fahrtenpaare auf dieser Strecke anbietet, steht im Mittelpunkt eines hitzigen Streits über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Neu-Ulm verfolgt die Diskussion mit dem Ziel, ab 2026 die Frequenz auf der Buslinie 920 auf einen Stundentakt mit 17 Fahrtenpaaren zu erhöhen. Doch die Landkreise treten auf die Bremse: Das Landratsamt Unterallgäu fürchtet, dass durch eine Integration negative Folgen zu erwarten sind, wie etwa ein Verlust der Planungshoheit und steigende Kosten. Christine Heim, die Sachgebietsleiterin im ÖPNV, äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Synergieverluste und der Gefährdung kleiner Anbieter. „Da liegt was an“, sagt Heim, „denn die kleineren Verkehrsunternehmen könnten erheblich leiden.“

Ein Alternativvorschlag aus Unterallgäu

Um die Bedenken zu adressieren, brachte der Landkreis Unterallgäu einen Alternativvorschlag ein: die Linie 920 in ihrer bisherigen Form zu belassen und sie mit einem bedarfsorientierten Verkehrsmodell, dem Pfiffibus, zu ergänzen. Dieser Vorschlag stieß in den betroffenen Gemeinden auf Zustimmung, wurde jedoch von Neu-Ulm völlig ignoriert.

Die Situation wird von Landrat Alex Eder als „Paradigmenwechsel“ in der ÖPNV-Politik bezeichnet. Tatsächlich zeigen sich hier grundlegende Unterschiede in den Ansichten beider Landkreise. Die Diskussion um die Zukunft der Buslinie 920 hat bereits im September 2022 mit ersten Gesprächen begonnen. Ein persönlicher Austausch zwischen Eder und der Landrätin von Neu-Ulm, Eva Treu, verlief ebenfalls nicht ohne Spannungen. Eder beschreibt die Situation als „unterschiedliche Ansichten“, die dringend einer Lösung bedürfen.

Ein Treffen zur Lösungsfindung

Ein Vermittlungsgespräch, das für den 24. Juni in Augsburg bei der Regierung von Schwaben angesetzt ist, könnte nun entscheidend werden. Hier sollen die gegensätzlichen Positionen näher beleuchtet werden. Dabei ist es wichtig, das Ziel des ÖPNV nicht aus den Augen zu verlieren: eine nachhaltige Mobilität, die den Bedürfnissen der Bürger:innen gerecht wird, wie die Fraunhofer-Studie zur Mobilitätswende zeigt. Insgesamt wird der Bus als nachhaltiges Mobilitätsangebot hervorgehoben, doch die Attraktivität für die Nutzer muss dringend verbessert werden.

Die Studie betont, dass für eine echte Mobilitätswende zwei Schlüsselfaktoren entscheidend sind: der Bus muss seinen Platz in der Mobilitätslandschaft finden und die Nutzer:innen sollten in alle Überlegungen einfließen. Nur so lässt sich der ÖPNV auch in ländlichen und suburbanen Regionen wieder hoch im Kurs bringen und die Klimaziele erreichen.

Wie sich der Streit um die Linie 920 weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht bringt das bevorstehende Treffen in Augsburg einen fruchtbaren Dialog zwischen den Landkreisen und damit die dringend benötigten Fortschritte für die Mobilität in der Region.

Für weitere Informationen über die Entwicklungen in der ÖPNV-Politik in Unterallgäu und Neu-Ulm, können Sie die Berichte von Merkur und Augsburger Allgemeine nachlesen. Weitere Hintergründe zur Mobilitätswende bietet Fraunhofer IESE.