Baden-Baden im Wandel: Schlapper und die Spuren der Nachkriegszeit

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Erfahren Sie mehr über die Nachkriegsentwicklung Baden-Badens und die Herausforderungen des Oberbürgermeisters Ernst Schlapper von 1946 bis 1969.

Erfahren Sie mehr über die Nachkriegsentwicklung Baden-Badens und die Herausforderungen des Oberbürgermeisters Ernst Schlapper von 1946 bis 1969.
Erfahren Sie mehr über die Nachkriegsentwicklung Baden-Badens und die Herausforderungen des Oberbürgermeisters Ernst Schlapper von 1946 bis 1969.

Baden-Baden im Wandel: Schlapper und die Spuren der Nachkriegszeit

In der Stadt Baden-Baden spielen die Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute eine prägende Rolle. Der Oberbürgermeister Ernst Schlapper, der von 1946 bis 1969 im Amt war, hatte es in dieser turbulentesten Zeit nicht leicht. Eine umfassende Betrachtung dieser Ära bietet die 32-teilige Serie von goodnews4.de, die zwischen 2020 und 2022 veröffentlicht wurde. Schlapper, dessen autokratisches Erbe bis heute im Rathaus spürbar ist, wurde während seiner Amtszeit immer wieder in nationale Schlagzeilen gezerrt.

Ernst Schlapper, 1888 in Essen geboren und 1976 in Baden-Baden verstorben, war nicht nur Oberbürgermeister, sondern auch Abgeordneter des Badischen Landtags. Vor seiner politischen Karriere war er Privatsekretär des Stahlindustriellen August Thyssen. Doch seine Laufbahn war nicht ohne Dunkelheiten: Eine Verurteilung wegen Devisenvergehens führte zu einer Gefängnisstrafe und einem Rückzug nach Baden-Baden in den 1930er Jahren, wie Wikipedia berichtet.

Baden-Baden zwischen Vergangenheit und Zukunft

In der Nachkriegszeit standen die Deutschen vor der Herausforderung, ihre Gesellschaft grundlegend zu reformieren. Die Entnazifizierung, initiiert durch die Besatzungsmächte, hatte zum Ziel, die Beteiligung an nationalsozialistischen Verbrechen zu bewerten. Bis 1949 wurden etwa 2,5 Millionen Deutsche in Spruchkammern beurteilt. Doch trotz dieser Bemühungen entgingen viele aktive Nationalsozialisten der Verfolgung, während politische Gegner teils hart belangt wurden, so Planet Wissen.

Schlapper selbst war in diese Umstellungen tief verwickelt. Während seiner Amtszeit betonte er immer wieder die Notwendigkeit, an einem positiven Zukunftsbild für Baden-Baden zu arbeiten. Er wurde 1969 sogar zum Ehrenbürger ernannt und sprach bei seiner Verabschiedung die Worte: „Baden-Baden geht herrlichen Zeiten entgegen, wenn wir an Baden-Baden glauben.“

Ein Blick auf seine Erfolge und Herausforderungen

  • Über 20 Jahre als Oberbürgermeister – ein starkes politisches Erbe
  • Verbot der Brecht-Aufführung „Mutter Courage“: Ein Zeichen für den Spannungsbogen zwischen Kultur und Politik
  • Engagement für die Restitution von während der NS-Zeit beschlagnahmten Gütern

Ernst Schlapper war also nicht nur eine kontroverse Figur, sondern auch ein Symbol der politischen Umbrüche dieser Zeit. Heute, fast fünf Jahrzehnte nach seinem Tod, beleuchtet ein neu erschienenes Buch mit dem Titel «Hey, kandidiere doch als OB für Baden-Baden» von Christian Frietsch Schlappers komplexe Rolle und die Herausforderungen, die er in einer sich politisch formierenden Nachkriegszeit meistern musste.

Sein Grab auf dem Hauptfriedhof in Baden-Baden ist der letzte Ort, der ihn mit seinen Taten und seiner Zeit verbindet – ein Mahnmal an die Herausforderungen und Veränderungen, die in dieser kleinen, doch geschichtsträchtigen Stadt stattgefunden haben.