Literarische Radwege: Auf den Spuren großer Autoren in BW radeln!

Literarische Radwege: Auf den Spuren großer Autoren in BW radeln!
Baden-Württemberg, das Land der Dichter und Denker, bietet Radfahrern eine ganz besondere Möglichkeit, die literarische Geschichte hautnah zu erleben. Insgesamt elf literarische Radwege schlängeln sich bereits durch die malerischen Landschaften und verbinden die Lebensorte einiger der bekanntesten Schriftsteller. Thomas Schmidt, Leiter der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten, hat zahlreiche dieser Wege konzipiert und erfolgreich erradelt. „Der erste Radweg wurde 2008 in Lauffen am Neckar entwickelt“, weiß er zu berichten, „und führt über Cleebronn, Bönnigheim und Kirchheim zurück nach Lauffen.“ Dabei kommen literarische Größen wie Friedrich Hölderlin, Theodor Heuss und Sophie La Roche zu Wort, während die Radfahrer auf den Spuren der schwäbischen Romantiker den Michaelsberg erklimmen oder den Eisenbahntunnel erkunden, der in Heimito von Doderers Roman „Ein Mord, den jeder begeht“ vorkommt. Ein weiterer Radweg von Pforzheim über Maulbronn nach Bretten ist in Planung, und Schmidt hofft auf rege Beteiligung der Hochschulen und des Kultusministeriums an diesem spannenden Projekt. Aktuell wird an der Überarbeitung der Wege gearbeitet, um neue Bedingungen und digitale Zugangsweisen zu integrieren.
Kultur auf zwei Rädern
Die literarischen Routen sind nicht nur sportlicher Natur, sondern bieten auch vielfältige Literaturausstellungen entlang des Weges. Die Radwege verlaufen in der Regel über 40 Kilometer, sodass sie sich ideal für einen Tagesausflug eignen. Zudem haben die Studierenden der Universität Heidelberg kreative Ideen zur Verbesserung dieser Wege beigesteuert. „Die digitale, partizipative Literaturkarte für Baden-Württemberg wird bis Ende des Jahres unter literaturland-bw.de verfügbar sein“, kündigt Schmidt an. Bislang sind bereits über 600 Einträge verzeichnet, insbesondere für die Region Heidelberg und den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.
Besonders am Herzen liegt den Initiatoren die Einbindung regionaler Partner wie den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und touristischen Initiativen. Sie sollen aktiv unterstützen, um das Radfahren in dieser kulturell reichen Region stärker zu fördern. „Hier gibt es immer etwas zu tun“, sagt Schmidt und blickt optimistisch auf die Zukunft der literarischen Radwege.
Optimale Planung für Radfahrer
Für all jene, die auf den literarischen Routen oder auf anderen Radwegen in Baden-Württemberg unterwegs sind, bietet der RadRoutenplaner eine praktische Möglichkeit, ihre Touren zu planen. Mehr als 40.000 Kilometer an Radwegen sind hier integriert, darunter rund 4.500 Kilometer der Landesradfernwege. Die Nutzer:innen können einfach ihren Start- und Zielort angeben, und der Planer schlägt eine optimale Radroute vor. „Es ist einfach, den Radtyp und den passenden Wegbelag auszuwählen“, erklärt ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Zudem fließen Informationen über serviceorientierte Radler-Punkte und geeignete Unterkünfte für längere Touren mit ein, damit die Abenteuerlust auf zwei Rädern nicht zu kurz kommt.
In Baden-Württemberg gibt es rund 100 Museen und Gedenkstätten, die sich dem literarischen Erbe des Landes widmen. Besonders in Marbach am Neckar wird das Andenken an den großen Dramatiker Friedrich Schiller durch das Schiller-Nationalmuseum gepflegt. Die Commitment an den Schutz personenbezogener Daten wird hierbei ernst genommen, da die Deutsche Schillergesellschaft e.V. die Datenschutzgesetze strikt einhält. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich an die Datenschutzbeauftragte unter dsb@dla-marbach.de wenden.
Fazit: Ob beim Radeln über idyllische Strecken, beim Entdecken literarischer Hintergründe oder beim Planen der nächsten Tour – Baden-Württemberg hat für Rad-Euphoriker und Literaturfreunde jede Menge zu bieten!