Wunder von Wertheim: ARD live zur Klinik-Wiedereröffnung am 29. August!

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ARD-Morgenmagazin berichtet live aus Wertheims Bürgerspital zur Wiedereröffnung nach Klinikschließung. Studiotermine und Zukunftsperspektiven.

ARD-Morgenmagazin berichtet live aus Wertheims Bürgerspital zur Wiedereröffnung nach Klinikschließung. Studiotermine und Zukunftsperspektiven.
ARD-Morgenmagazin berichtet live aus Wertheims Bürgerspital zur Wiedereröffnung nach Klinikschließung. Studiotermine und Zukunftsperspektiven.

Wunder von Wertheim: ARD live zur Klinik-Wiedereröffnung am 29. August!

Am 29. August wird das Bürgerspital in Wertheim zum Schauplatz eines medialen Spektakels. Das ARD-Morgenmagazin sendet von 5.30 bis 9 Uhr live aus der Klinik, die in den letzten Monaten die Schlagzeilen beherrscht hat. Moderator Sven Lorig wird dabei zahlreiche Gesprächspartner interviewen, um die Wiedereröffnung des Krankenhauses zu diskutieren. Die Umgestaltung des Bürgerspitals in ein „Außenstudio“ zielt darauf ab, die lokale Infrastruktur und die Herausforderungen im Gesundheitswesen im ländlichen Raum zu thematisieren. Der WDR hat sich im Rahmen der Reihe „MOMA unterwegs“ intensiv mit den Folgen von Krankenhausschließungen auseinandergesetzt, was in der Region großen Anklang findet, wie wertheim.de berichtet.

Die Wurzeln des „Wunders von Wertheim“ liegen in der Insolvenz der Rotkreuzklinik, die im September 2023 vermeldet wurde. Mit einem Defizit von sechs Millionen Euro und der Schließung des 200-Betten-Hauses im Juni waren lange Anfahrtswege zu anderen Kliniken unvermeidbar. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez (SPD) wies auf die potenziell langen Wartezeiten für Patienten hin, sollte keine Lösung gefunden werden. 2000 Bürger versammelten sich auf dem Marktplatz, um die Rettung des Krankenhauses lautstark zu fordern, was den Druck auf die Stadtverwaltung und den Gemeinderat enorm erhöhte, wie staatsanzeiger.de festhält.

Herausforderungen und Lösungen

Im August 2024 kam es zur Übernahme des Klinikgebäudes durch die Stadtentwicklungsgesellschaft, die im neuen Konzept der Grund- und Notfallversorgung für die Stadt verantwortlich ist. Anfang 2024 übernahm die Westfalenklinikgruppe die Leistungen für die Grund- und Notfallversorgung, während Mediclin die neurologische Rehabilitation betreute. Mit einem Startbetrieb von 95 Betten und einer ansprechend modernen, barrierefreien Cafeteria geht die Klinik wieder an den Start.

Der Klinikbetrieb war jedoch kein Selbstläufer. Die Stadt musste die Gewerbe-, Grund- und Vergnügungssteuer erhöhen, um die finanziellen Mittel für die Notfallversorgung zu sichern. Zudem verpflichtete sich die Stadt zu einem jährlichen Defizitausgleich von bis zu 2,75 Millionen Euro. Unterstützung kam auch von engagierten Bürgern und lokalen Unternehmen, die zusammen über 800.000 Euro spendeten. Der Krankenhausförderverein verzeichnete einen Anstieg der Mitglieder von 300 auf über 1100, während lokale Winzer mit einer Sonderedition ihres Weins halfen, wovon ein Zehntel des Verkaufspreises an die Notfallversorgung geht.

Unterstützung aus der Umgebung

Auch die umliegenden Gemeinden in Bayern zeigen sich großzügig und beteiligen sich finanziell an der Rettung des Wertheimer Krankenhauses. Trotz der Skepsis, die Landrat Christoph Schauder (CDU) über das Modell äußerte, bringen die Fortschritte positive Nachrichten. Die Krankenhausgesellschaft betont, dass individuelle Lösungen vor Ort wichtig sind und man kein einheitliches Modell für alle Regionen präsentieren kann.

Obwohl Wertheim wirtschaftlich stark aufgestellt ist, bleibt die Klinikrettung ein finanzieller Kraftakt. Die Kreisumlage belastet die Stadt mit über 15 Millionen Euro jährlich, und die Notfallversorgung bleibt defizitär. Das Sozialministerium hat Gespräche über organisatorische Unterstützung aufgenommen, lässt jedoch die Übertragbarkeit des Modells offen. Mit all diesen Punkten im Hinterkopf wird der 29. August zu einem entscheidenden Tag für Wertheim, an dem Hoffnung auf eine bessere gesundheitliche Infrastruktur entsteht, die nicht nur die Stadt selbst, sondern die gesamte Region stärken könnte.