Stadtwerke-Aleppos: Krise in Aalen und Schorndorf – Wie geht's weiter?

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Schorndorf und Aalen kämpfen mit Stadtwerke-Krisen: Energiepreise, Defizite und strategische Lösungen im Fokus der Gemeinderäte.

Schorndorf und Aalen kämpfen mit Stadtwerke-Krisen: Energiepreise, Defizite und strategische Lösungen im Fokus der Gemeinderäte.
Schorndorf und Aalen kämpfen mit Stadtwerke-Krisen: Energiepreise, Defizite und strategische Lösungen im Fokus der Gemeinderäte.

Stadtwerke-Aleppos: Krise in Aalen und Schorndorf – Wie geht's weiter?

Die Stadtwerke in Aalen und Schorndorf stehen seit dem Ukraine-Krieg vor enormen Herausforderungen. Insbesondere die gestiegenen Energiepreise und Unsicherheiten bei der Gasversorgung setzen den beiden Stadtwerken stark zu. In Aalen wurde der Geschäftsführer Christoph Trautmann bereits Ende 2024 freigestellt. Das Unternehmen sieht sich mit einem großen Defizit konfrontiert, und im Gemeinderat Aalen gibt es bereits Stimmen für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, der jedoch bislang ohne Erfolg blieb. In Schorndorf musste der kaufmännische Geschäftsführer Daniel Beutel im November 2024 seinen Hut nehmen, was die Probleme dort weiter verschärfte. Die Bäderbetriebe und Kundenanliegen wurden in dieser Zeit stark beeinträchtigt, während auch strategische Rückschläge beim Glasfaserausbau verzeichnet wurden.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Dirk Wernicke mittlerweile als Interimslösung und später als ordentlicher Geschäftsführer der Schorndorfer Stadtwerke eingesetzt wurde. Zudem wird Hubert Rinklin, der ehemalige Vorstand des Alb-Elektrizitätswerks Geislingen, als externes Mitglied in den Aufsichtsrat berufen. Der Aalener Aufsichtsrat setzt sich derweil ausschließlich aus Mitgliedern des Gemeinderates zusammen, wobei Oberbürgermeister Frederick Brütting den Vorsitz innehat. Er betont, dass die Arbeit des Aufsichtsrates erheblich zur Aufdeckung der Defizite beigetragen hat.

Aufarbeitung der Finanzen

Die finanzielle Situation der Stadtwerke steht im Fokus des Gemeinderats. Kürzlich wurde ein Nachtragshaushalt, der als notwendig erachtet wurde, gutgeheißen. In den öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzungen wurde über den Jahresabschluss und die Entlastung des Aufsichtsrats für das Jahr 2023 diskutiert. Laut Oberbürgermeister Brütting sei der Jahresabschluss außergewöhnlich und zeige negative Vorzeichen. Nur durch die Entnahme aus Gewinnrücklagen könne der Jahresfehlbetrag von 1,48 Millionen Euro ausgeglichen werden.

Norbert Rehm von den Aktiven Bürgern stellt fest, dass 2023 ein Jahr voller Herausforderungen ist und mehr Aufarbeitung notwendig sei. Kämmerin Daniela Faußner bestätigte, dass die Aufarbeitung länger gedauert habe. Trotz der Schwierigkeiten lobte Rehm den neuen Geschäftsführer Michael Schäfer und kritisierte die vorzeitige Vertragsverlängerung von Trautmann. Ein einstimmiges Abstimmungsergebnis genehmigte die Entlastung des Aufsichtsrats für das Jahr 2023, doch die Diskussion bleibt lebhaft, vor allem angesichts noch ungeklärter Sachverhalte.

Strategische Herausforderungen

Auf übergeordneter Ebene stehen Stadtwerke in Deutschland vor strategischen Herausforderungen. Dies betrifft insbesondere die Transformation von Gasnetzen im Rahmen der Wärmewende. Der Zweifel bei den Investitionsentscheidungen der Gasnetzbetreiber ist hoch, und die Diskussion um die Novellierung der Gasbinnenmarktrichtlinie hält an. Laut einer Studie sehen viele Stadtwerke die Notwendigkeit, sich mit nachhaltigen Energielösungen und der wirtschaftlichen Attraktivität des Betriebs von Gasnetzen auseinanderzusetzen.

In diesem Kontext fordert die Bundesregierung zunehmend stabile Rahmenbedingungen, damit Unternehmen klare Planungssicherheit erhalten. Die Herausforderungen, die sich durch steigende Energiepreise ergeben haben, bringen nicht nur die Stadtwerke ins Schwitzen, sondern auch die Bürger, für die Energie nicht zum Luxusgut werden sollte. Die Regierung hat auf diese Gegebenheiten reagiert, indem sie Soforthilfen und Preisbremsen eingeführt hat.

Die nächste Sitzung des Aufsichtsrats der Aalener Stadtwerke steht bereits am 22. September auf dem Programm, wo wieder brisante Themen behandelt werden dürften. Zudem wird der Jahresabschluss 2024 in den Gemeinderatssitzungen am 24. September und 2. Oktober diskutiert. Und nicht zu vergessen: Ein Verhandlungstermin im Rechtsstreit zwischen den Stadtwerken Aalen und Christoph Trautmann ist für den 27. November angesetzt. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden.

Insgesamt lässt sich sagen: die Stadtwerke Aalen und Schorndorf stehen an einem Scheideweg, an dem kluge Entscheidungen gefragt sind, um die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern und zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.