Kreistag beschließt Strom- und Gasvergabe: ÖPNV im Fokus!
Der Kreistag Main-Tauber-Kreis diskutierte wichtige Beschlüsse für ÖPNV und Energieversorgung in Bad Mergentheim am 12.08.2025.

Kreistag beschließt Strom- und Gasvergabe: ÖPNV im Fokus!
Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hat kürzlich im schönen Kursaal in Bad Mergentheim getagt. Ein zentrales Thema der Sitzung waren die überplanmäßigen Einnahmen und Ausgaben des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Im laufenden Jahr gab es Mehrauswendungen aufgrund des Deutschlandtickets, das bei den Fahrgästen großen Anklang findet. Main Post berichtet, dass die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden. Dadurch konnten die finanziellen Mittel, die vom Landkreis bereitgestellt werden, sinnvoll eingesetzt werden.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Änderung der Abrechnung des Nachteilsausgleichs durch den Verkehrsverbund Rhein-Neckar, die nun regelmäßige Zahlungen an die Aufgabenträger und die Verkehrsunternehmen vorsieht. So wird im Kreishaushalt deutlich, dass die höheren Aufwendungen durch zusätzliche Einnahmen aus dem Nachteilsausgleich vollständig abgedeckt werden können.
Deutschlandticket zwischen Erfolg und Unsicherheit
Auf der nationalen Ebene ist das Deutschlandticket ein heißes Thema. Trotz einer Preiserhöhung auf 58 Euro und rund 13,5 Millionen monatlichen Käufern gibt es eine anhaltende Unsicherheit bezüglich der langfristigen Finanzierung des Tickets. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) fordert bereits Klarheit über die künftige finanzielle Unterstützung und eine Verbesserung des Vertriebs, wie ein Bericht von ZDF heute zeigt. Die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die Kostenkompensation ziehen sich hin, wobei beide Seiten jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich beisteuern.
Diese finanziellen Hilfen sind jedoch nur bis Ende 2025 gesichert. Im kommenden Jahr könnte laut dem Verbandsdirektor Lars Wagner über 3 Milliarden Euro benötigt werden, um die steigenden Kosten der Verkehrsunternehmen zu decken. Der Fahrgastverband Pro Bahn macht sich bereits Sorgen um die Beständigkeit des Deutschlandtickets, das seit Mai 2023 Fahrten im Nah- und Regionalverkehr zu einem einheitlichen Preis ermöglicht. Die Diskussion über mögliche Preiserhöhungen kommt dabei nicht zu kurz, vor allem, wenn man die Zielmarke von 15 Millionen verkauften Tickets erreichen möchte – derzeit liegt man jedoch noch darunter.
Finanzierungskonflikte und Perspektiven
Die Situation rund um das Deutschlandticket führt auch zu Uneinigkeit unter den Bundesländern. Manche zeigen sich bereit, mehr finanziell zu investieren, während die Mehrheit eher zurückhaltend agiert. Die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) betont, dass der Bund in der Verantwortung steht, zusätzliche Finanzbedarfe zu klären. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wird der Fortbestand des Tickets zwar unterstützt, jedoch mit der Anmerkung eines schrittweisen Anstiegs des Nutzeranteils ab 2029. Dies verleiht der Preisdiskussion eine ganz neue Dynamik, da Schätzungen von Pro Bahn bereits von Preisen zwischen 70 und 80 Euro für die Zukunft ausgehen.
Was für die Fahrgäste bleibt, ist eine große Ungewissheit über die zukünftige Preisgestaltung und die Förderstruktur. Insbesondere der mögliche Verlust des Rabattangebots für das Job-Ticket zum Jahresende könnte die Attraktivität des Deutschlandtickets beeinträchtigen. So stellt sich die Frage, wie Verkehrsdienste in Deutschland in den kommenden Jahren weiterhin bezahlbar bleiben können. Die Zukunft des Deutschlandtickets ist also noch nicht in trockenen Tüchern, und die Verantwortlichen sind gefordert, schnell Lösungen zu finden, um die Fahrgäste nicht zu verlieren, wie Tagesschau berichtet.
Inmitten dieser Herausforderungen hat der Kreistag des Main-Tauber-Kreises auch die Vergabe von Strom- und Gaslieferungen für 2026 und 2027 beschlossen. Dies zeigt, dass trotz der aktuellen Unsicherheiten in anderen Bereichen beim Kreistag weiterhin gezielt geplant und entschieden wird. Auch die Bestätigung der Vorschlagsliste zur Wahl ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Stuttgart bis 2030 ist Teil der fortlaufenden Arbeit des Kreistags, die in den nächsten Monaten ansteht. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich sowohl lokal als auch national die Entwicklungen rund um den ÖPNV und das Deutschlandticket gestalten werden.