Emag streicht 455 Arbeitsplätze: Maschinenbauer in der Krise!

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Emag in Salach kündigt 455 Stellenabbau aufgrund der Branchenkrise an. Maßnahmen zur Sicherung der Zukunft werden ergriffen.

Emag in Salach kündigt 455 Stellenabbau aufgrund der Branchenkrise an. Maßnahmen zur Sicherung der Zukunft werden ergriffen.
Emag in Salach kündigt 455 Stellenabbau aufgrund der Branchenkrise an. Maßnahmen zur Sicherung der Zukunft werden ergriffen.

Emag streicht 455 Arbeitsplätze: Maschinenbauer in der Krise!

Was geht in Salach? Die Sorgen um den Werkzeugmaschinenbauer Emag werden immer größer, denn das traditionsreiche Unternehmen muss jetzt kräftig sparen. Heute gab die Firma bekannt, dass sie insgesamt 455 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen wird. Das sind rund ein Drittel der Mitarbeiter, die hierzulande beschäftigt sind. Der Grund für diesen drastischen Schritt liegt in der angespannten Marktlage und den rückläufigen Auftragsvolumina, die dem Unternehmen schwer zu schaffen machen. [Schwäbische] berichtet, dass die Belegschaft von aktuell 1.509 Mitarbeitenden in Deutschland betroffen ist, wobei 300 der Streichungen am Stammsitz in Salach durchgeführt werden.

Die Situation ist keineswegs neu, denn Emag hatte bereits im Jahr 2022 124 Mitarbeiter entlassen. Auch wenn der Umsatz im Jahr 2023 mit 520 Millionen Euro gewachsen ist, hat das Unternehmen dennoch einen Verlust von 25 Millionen Euro zu verzeichnen, das zweite Minus in Folge. Dies verdeutlicht, dass die aktuellen Herausforderungen nicht nur vorübergehender Natur sind, sondern eher den charakteristischen Ausdruck einer strukturellen Krise in der Branche darstellen. Die Geschäftsführer sehen die Einschnitte als notwendig an, um die langfristige Handlungsfähigkeit zu sichern und die Organisation an das reduzierte Auftragsvolumen anzupassen.

Die Marktsituation verschlechtert sich

Die Lage in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie ist alarmierend. Laut dem Verband Deutscher Werkzeugmaschinenbau (VDW) sind die Auftragseingänge im dritten Jahr in Folge gesunken – 2023 um 11%, 2024 um 19% und im ersten Halbjahr 2025 um 5%. Diese Rückgänge sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen: eine schwache Inlandsnachfrage, schleppende Investitionen in Europa, die US-Zollmaßnahmen und eine anhaltende wirtschaftliche Flaute in China. Das macht sich besonders bei Drehmaschinen und Bearbeitungszentren bemerkbar, die stark nachgefragt waren und nun unter Druck geraten. [InsideBW] hebt hervor, dass der Maschinenbau auch in Süddeutschland, insbesondere bei Zulieferern für die Autoindustrie, schwer getroffen ist.

Um gegenzusteuern, hat Emag eine Reihe von Maßnahmen initiiert. Dazu gehören neben der verlängerten Kurzarbeit auch Prozessoptimierungen und Anpassungen an den Standorten. Ziel ist es, durch Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und Retro-Fit-Projekte die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Diese Schritte sind wichtig, da die Unternehmensführung betont, dass die digitale Transformation zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Erste positive Zeichen sind in den Exporten neuer Märkte und der vermehrten industriellen Digitalisierung zu erkennen.

Ein Ausweg aus der Krise?

Für die betroffenen Mitarbeitenden steht ein Sozialplan bereit, der gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeitet wurde, um den Übergang in eine Transfergesellschaft so reibungslos wie möglich zu gestalten. Die Unternehmensleitung unterstreicht, dass die Zukunftsfähigkeit der Emag-Gruppe auf dem Spiel steht. Der Fokus wird auf neuen Technologien gelegt, um sich stärker auf automatisierte Fertigungslösungen zu konzentrieren und den Herausforderungen der Branche zu begegnen.

Insgesamt lässt die aktuelle Situation der Werkzeugmaschinenbauer in Baden-Württemberg und insbesondere bei Emag aufhorchen. Es bleibt abzuwarten, ob die gesteckten Ziele erreicht werden können und wie sich die Branche in den kommenden Jahren entwickeln wird.