Ravensburg

Ukrainische Künstlerin zeigt in Ravensburg: Blumen gegen den Krieg!

Viktoriya Zaytseva, eine talentierte Künstlerin aus Mariupol, präsentiert ihre Werke derzeit im „Haus der Katholischen Kirche“ in Ravensburg. Die Ausstellung trägt den Titel „Blütenzauber“ und läuft bis zum 28. April 2025. Zaytseva floh vor zwei Jahren mit ihrer Tochter aus der Ukraine, während ihr Ehemann und ihr Sohn in der Heimat verblieben. Ihr Sohn kämpft gegen die russischen Truppen, während ihr Mann als Keramiker an einer Kunstschule unterrichtet.

In ein neues Zuhause fand Zaytseva nach mehreren Flüchtlingsaufnahmelagern in Ravensburg. In ihrer kleinen Wohnung malt die 61-Jährige farbenfrohe Bilder, die eine Flucht aus der bedrückenden Realität darstellen. Diese Werke sind nicht nur ein Ausdruck ihrer Kreativität, sondern auch ein Weg, sich von den schlechten Nachrichten abzulenken. Ihre bevorzugten Motive sind Blumen wie Magnolien, Tulpen und Feuerlilien sowie Landschaften und architektonische Besonderheiten der Region, darunter der Lindauer Bahnhof und ein Leuchtturm.

Eine neue Ausdrucksform im Krieg

Ukrainische Kunst hat in der letzten Zeit eine besondere Rolle eingenommen. Nicht nur Zaytseva, sondern auch viele andere Künstlerinnen wie Kateryna Aliinyk sind Teil des Projektes „Women Artists in War“. Seit 2024 werden ihre Werke im „Secondary Archive“ in Polen präsentiert. Diese Plattform bietet Künstlerinnen aus Zentral- und Osteuropa die Möglichkeit, ihre Sichtweise auf den russischen Konflikt durch Kunst und Schreiben darzustellen. Bis heute haben 50 ukrainische Künstlerinnen ihre Arbeiten und Kommentare eingebracht.

In einer Zeit, in der der Krieg das tägliche Leben dominiert, wird Kunst zu einem wichtigen Medium des Widerstands. Iryna Polikarchuk, Kuratorin des Projekts, hebt die Bedeutung internationaler Aufmerksamkeit für die ukrainische Kultur hervor. Die Herausforderungen, kreativ zu bleiben und gleichzeitig zu überleben, sind enorm.

Der Wandel der ukrainischen Kunstszene

Der Krieg hat die Kunstszene in der Ukraine nachhaltig beeinflusst. Künstlerinnen und Künstler mussten fliehen, während viele Werke durch die Besatzung zerstört wurden. Marija Prymatschenko ist ein Beispiel für die Zerstörung, die viele Künstler erleben mussten. Ihr Museum und ihre Werke wurden durch russische Besatzer verwüstet. Der aktuelle Konflikt wird als Kulmination einer dekolonialen Phase in der Ukraine betrachtet, in der das Narrativ, dass die russische Kultur die ukrainische umfasst, zusammengebrochen ist.

Dekoloniale Ansätze, die darauf abzielen, koloniale Narrative abzubauen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ukrainische Künstler:innen setzen sich mit der komplexen Geschichte ihrer Nation auseinander, während sie gleichzeitig neue Narrative schaffen. Diese Kunst ist nicht nur ein Spiegel ihrer Identität, sondern auch ein Zeugnis des Widerstands gegen die Unterdrückung.

Die Vielfalt der ukrainischen Kunst wird auch in Projekten wie „Open Group“ dokumentiert, die Binnengeflüchtete interviewen und deren Kriegserfahrungen aufzeichnen. Diese Arbeiten zeigen, dass die Kunstszene weiterhin vital ist und eine wichtige Rolle in der Rekonstruktion der nationalen Identität spielt.

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