
Das Insolvenzverfahren des Caritasverbands Breisgau-Hochschwarzwald nähert sich dem Ende. Laut badische-zeitung.de hat der Interimsvorstandsvorsitzende Hans-Georg Liegener bekannt gegeben, dass der Insolvenzplan steht und sich das Verfahren dem Abschluss neigt. Eine umfassende Zustimmung der Gläubiger, die Banken, Behörden und Privatpersonen umfassen, ist eine der großen Hürden, die erfolgreich überwunden wurde.
Positive Signale der Gläubiger vor der entscheidenden Gläubigerversammlung Ende März haben zu einer optimistischen Haltung in der Verbandsspitze geführt. Bei der Versammlung stimmten rund 450 Gläubiger mit großer Mehrheit dem Insolvenzplan zu, was den weiteren Fortschritt des Verfahrens entscheidend fördern dürfte.
Hintergründe der Insolvenz
Der Caritasverband befindet sich seit gut einem Jahr im Insolvenzverfahren, nachdem er im letzten Jahr aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmeldete, wie swr.de berichtet. Um die finanzielle Situation zu stabilisieren, wurde ein Sanierungsplan erarbeitet, der vor Weihnachten eingereicht werden soll. Ziel ist es, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung im ersten Halbjahr 2025 abzuschließen.
Der Caritasverband hat sich dabei von mehreren Seniorenheimen getrennt, darunter das Katharina-Rieder-Haus in Glottertal und das Seniorenheim St. Georg in Neuenburg. Diese schlossen aufgrund akuten Personalmangels. Laut letzten Berichten wurde auch das Haus Pantaleon in Vogtsburg geschlossen, welches jährlich einen Verlust von rund 760.000 Euro verbuchte.
Sanierung und Zukunftsaussichten
Liegener erklärte, dass der Verband sich bei der stationären Pflege übernommen hatte. Aktuell hat der Caritasverband rund 800 Mitarbeitende, ähnlich wie vor der Insolvenz, sowie etwa 400 Ehrenamtliche. Die Versorgung der Bewohner und die Gehälter der Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate gesichert.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs wurden inzwischen eingestellt, jedoch dauern die Gespräche mit potenziellen neuen Betreibern der geschlossenen Pflegeheime an. Die Übertragung gestaltet sich als Herausforderung, doch man hofft, bis Ende 2024/Anfang 2025 einige Übertragungen erreichen zu können. Die Seniorenheime in Münstertal, Umkirch und Neuenburg sind unterdessen gut belegt.
Ein bedeutender Punkt für die finanzielle Krise war der Bau von vier neuen Pflegeheimen, die während der Corona-Pandemie fertiggestellt wurden. Fehlendes Fachpersonal und eine geringe Auslastung dieser Einrichtungen trugen erheblich zu den Schulden des Verbands, die sich auf etwa 60 Millionen Euro belaufen, bei. Ein Sanierungsberater und die Kanzlei Schultze & Braun begleiten den Caritasverband auf dem Weg zur Stabilisierung.
Insgesamt sind die Chancen für eine erfolgreiche Sanierung und Stabilisierung des Caritasverbands gewachsen, doch die Herausforderung, sowohl den guten Ruf in der Pflege als auch die finanziellen Belange zu sichern, bleibt bestehen. Der Weg zurück auf die Beine wird weiterhin durch diverse Hürden geprägt sein, die es zu überwinden gilt.
carevor9.de ergänzt, dass die Insolvenz in Eigenverwaltung bereits beim zuständigen Gericht angemeldet wurde, was dem Verband größere Kontrolle über den Sanierungsprozess gibt. Eine Zerschlagung oder Fusion mit einem anderen Caritasverband sei nicht geplant, was den langfristigen Fokus auf die Altenhilfe und soziale Dienste unterstreicht.