Opa Miklautz erfüllt sich mit 92 den Traum vom Klosterleben!
Hans Miklautz, 92, aus Lörrach, erzählt von seinem Leben als Geschichtenerzähler und seiner Zeit im Kloster.

Opa Miklautz erfüllt sich mit 92 den Traum vom Klosterleben!
Was passiert, wenn ein 92-jähriger Rentner, der als Geschichtenerzähler bekannt ist, den Mut findet, ins Kloster zu gehen? Hans Miklautz aus Lörrach hat in den letzten vier Wochen genau diese Erfahrung gemacht. Er erfüllte sich den lang gehegten Wunsch, einmal im Kloster zu leben, und trifft mit seiner Entscheidung nicht nur auf Verständnis, sondern auch auf Bewunderung.
Hans, der als leidenschaftlicher Schriftsteller Gedichte, Sinnsprüche und Briefe verfasst, hat während seines Aufenthalts die Klosteratmosphäre in vollen Zügen genossen. Besonders beeindruckt hat ihn die Gelassenheit und das Leben der Mönche, woraus er sogar ein humorvolles Gedicht über das Mönchsleben verfasste. Obwohl er der älteste Gast im Kloster war, hat er sich trotz seiner 92 Jahre schnell integriert.
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Erinnerungen an seine verstorbene Frau, mit der er 68 Jahre verheiratet war, begleiten Hans täglich. Seine Familie hat ihm ein Buch mit Fragen zu seinem Leben geschenkt, in das er 130 Stunden lang ausführlich schrieb. Dieses Werk spiegelt nicht nur seine Erlebnisse wider, sondern zeigt auch die tiefe Verbundenheit zu seiner verstorbenen Frau und das schöne Kapitel, das er mit ihr erlebt hat.
Der Klosteraufenthalt hat ihm die Möglichkeit gegeben, in der Stille und Abgeschiedenheit des Klosters zu reflektieren. Nach den täglichen Ritualen und Pflichten des Klosterlebens fühlte er sich gut aufgehoben und macht schon Pläne für einen weiteren Aufenthalt, ganz nach dem Motto „da liegt was an“.
Das Klosterleben im Detail
Das Leben im Kloster ist geprägt von täglichen Gebeten, Gemeinschaft und einem strukturierten Tagesablauf. Hierbei ist es wichtig, die Verpflichtungen gegenüber der weltlichen Sphäre hinter sich zu lassen. Viele Menschen, vor allem Frauen, suchen nach der Familienphase einen neuen Lebenssinn im Kloster, wo sie eine friedvolle und besinnliche Umgebung finden können. Die unterschiedlichen Orden bieten verschiedene Möglichkeiten für eine temporäre oder dauerhafte Mitgliedschaft – vom Benediktiner bis hin zu Bettelorden, die sich durch ihre Armut verpflichten.
Der Eintritt in ein Kloster ist jedoch kein Schritt, den man leichtfertig tut. Hier sind mehrere Gespräche mit der Klosterleitung notwendig, um die persönlichen Beweggründe darzulegen. Die Ausbildung zur Mönch oder Nonne, das sogenannte Noviziat, kann ab 17 Jahren begonnen werden und erfordert Anpassungen an den neuen Lebensstil.
Hans Miklautz hat mit seiner Entscheidung, ins Kloster zu gehen, nicht nur sich selbst einen Herzenswunsch erfüllt, sondern auch eine Brücke zwischen der weltlichen und der geistlichen Welt geschlagen. Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen und das Leben mit Freude und Kreativität zu gestalten. Im Kloster fand er nicht nur Ruhe, sondern auch eine Gemeinschaft, die ihm neue Perspektiven für die Zukunft eröffnete.