Vielfalt der Gottesbilder: Vortrag zur Queer-Theologie in Schwäbisch Gmünd
Dr. Gabriele Theuer diskutiert am 22. Juli biblische Gottesbilder in Schwäbisch Gmünd. Eintritt frei!

Vielfalt der Gottesbilder: Vortrag zur Queer-Theologie in Schwäbisch Gmünd
Die Diskussion um die Vielfalt der Gottesbilder und deren Bedeutung für queere Menschen in der Kirche und Gesellschaft wird am Dienstag, dem 22. Juli, in der Gmünder Volkshochschule aufgegriffen. Unter dem Titel „Biblische Gottesbilder: männlich – weiblich – divers?!“ hält die katholische Theologin und Bibelwissenschaftlerin Dr. Gabriele Theuer um 19 Uhr einen Vortrag, der nicht nur über die einseitige männliche Darstellung Gottes in der christlichen Tradition nachdenkt, sondern auch die Vielfalt biblischer Gottheiten beleuchtet.
„Wir möchten aufzeigen, wie wichtig diese Fragen für die Integration queerer Perspektiven in die Kirche sind“, sagt Dr. Theuer, die an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd lehrt. Ihr Referat versteht sich als Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung „Wish you were queer“ im Museum im Prediger, die noch bis zum 26. Oktober ihre Türen geöffnet hat. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei und lädt zur offenen Diskussion ein.
Ein Nachhall in der Kirche
Trotz der tanzenden Worte von Nächstenliebe und Gleichheit predigen viele christliche Kirchen im 21. Jahrhundert weiterhin Ausgrenzung, besonders gegenüber queeren Menschen. Während die Evangelische Kirche in Deutschland sich offiziell zur sexuellen Vielfalt bekennt, persistiert ein erfahrener Widerstand von konservativen und evangelikalen Kreisen. Auch in der römisch-katholischen Kirche ist die gelebte Homosexualität nach wie vor ein Tabuthema, und Papst Franziskus’nickenden Segen für gleichgeschlechtliche Paare wird nicht im Gottesdienst gewährt, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet.
Die queere Theologie versucht, das Fass neu aufzumachen, indem sie biblische Texte kritisch interpretiert und sie als Quellen queeren Empowerments versteht. Interpretationen, die Homosexualität verurteilen, basieren häufig auf veralteten oder fehlerhaften Lesarten der Heiligen Schrift. Evangelische Theologen wie Thorsten Dietz plädieren dafür, die Sünde von Sodom nicht als Verbot gleichgeschlechtlicher Sexualität zu betrachten, sondern als Bruch von Gastfreundschaft.
Ein Weg zur Inklusion
Das Anliegen der queeren Theologie ist es, heteronormative Strukturen zu hinterfragen und eine spirituelle Heimat für alle Menschen zu schaffen. „Es gibt zahlreiche biblische Passagen, die geradezu als Ermutigung für Minderheiten gelesen werden können,“ erklärt Jens Ehebrecht-Zumsande, ein katholischer Pastoralreferent. Hierzu zählt auch die Unterstützung von Organisationen wie DignityUSA, die sich seit 1969 für die Akzeptanz von LGBT-Personen innerhalb der römisch-katholischen Kirche einsetzen.
Dr. Gabriele Theuer wird in ihrem Vortrag die aktuellen Entwicklungen in der Queer-Theologie sowohl beleuchten als auch ihre Implikationen für die Gegenwart diskutieren. Diese Strömung schafft Raum für ein inklusives Christentum, das auch marginalisierte Stimmen zu Gehör bringt. Es ist ein Thema, das sowohl in der Theologie als auch im alltäglichen Leben hohe Relevanz hat und zum Nachdenken anregt über die Spannungen zwischen Tradition und Fortschritt.
Wer an dieser spannenden Auseinandersetzung teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen, die Gmünder Volkshochschule zu besuchen und sich auf eine anregende Diskussion einzulassen. Die Theologie entwickelt sich stetig weiter, und die Vielfalt der Gottesbilder könnte das Verständnis von Spiritualität für viele neu definieren.