Trauriger Abschied: Wäscheladen in Schwäbisch Gmünd schließt nach 20 Jahren

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

In Schwäbisch Gmünd schließt der Wäscheladen nach über 20 Jahren. Ursachen sind der Rückgang der Stammkundschaft und Online-Käufe.

In Schwäbisch Gmünd schließt der Wäscheladen nach über 20 Jahren. Ursachen sind der Rückgang der Stammkundschaft und Online-Käufe.
In Schwäbisch Gmünd schließt der Wäscheladen nach über 20 Jahren. Ursachen sind der Rückgang der Stammkundschaft und Online-Käufe.

Trauriger Abschied: Wäscheladen in Schwäbisch Gmünd schließt nach 20 Jahren

Schwäbisch Gmünd muss sich von einem weiteren Traditionsgeschäft verabschieden: Der Wäscheladen im Marktgässle 4 schließt zum 31. Dezember 2025. Dies wurde am 22. November 2025 bekannt gegeben. Die Betreiberinnen, Elke Horlacher und Sibylle Grund, führen das Geschäft seit mehr als 20 Jahren mit Liebe und Engagement. Doch der Rückgang der Stammkundschaft macht dem Laden zu schaffen. Vor allem die jüngeren Generationen kaufen bevorzugt online ein, was die Kundenfrequenz spürbar gesenkt hat.

Elke Horlacher bringt seit 45 Jahren Erfahrung im Bereich Einzelhandel mit, ihre Karriere begann 1980 beim Modegeschäft Rudolph. Leider musste auch das Modehaus Rudolph 2014 Insolvenz anmelden und wurde geschlossen. Der Wäscheladen war eine Fortführung dieses Geschäftskonzepts, jedoch scheint auch hier das Ende gekommen zu sein.

Räumungsverkauf und weitere Schließungen

Die Inhaberinnen haben bereits mit einem Räumungsverkauf begonnen, doch der genaue Schließungstermin bleibt ungewiss. Nach dem 31. Dezember 2025 wird der Pachtvertrag auslaufen, eine Fortführung des Konzepts ist nicht geplant. Diese Schließung reiht sich in eine Reihe von Rückschlägen für den textilen Einzelhandel in Schwäbisch Gmünd ein. Im Jahr 2024 mussten bereits drei namhafte Geschäfte, darunter Spille Fest- und Abendmoden sowie Stoff Reitter, ihre Pforten schließen.

Ähnlich verhält es sich bei Altmann Naturmoden. Während es für den Spille-Laden eine Eins-zu-Eins-Nachfolge mit der Eröffnung von „Brautmoden Schwäbisch Gmünd“ gibt, reduziert Christine Fila von Stoff Reitter ihr Geschäft auf einen Nähservice ohne Einzelhandel. Am Standort von Altmann Moden eröffnet ein Blumen- und Dekogeschäft namens „Blooming Affairs“.

Menrad: Ein weiteres Traditionsunternehmen in der Krise

Die Schließungen im Einzelhandel gehen nicht nur am Wäscheladen nicht vorbei. Ein weiteres Beispiel ist das Familienunternehmen Menrad, das am 31. März 2025 Insolvenz anmeldete und den Stammsitz in Schwäbisch Gmünd schließen musste. Liquiditätsprobleme und rückläufige Auftragszahlen waren die Hauptgründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Insolvenzverwalter Florian Zistler hatte versucht, eine Sanierung zu ermöglichen, aber ohne Erfolg.

110 Mitarbeiter am Standort wurden während der Insolvenz mit Insolvenzgeld unterstützt, müssen jedoch ihre Stellen aufgeben, da kein Investor bereit war, den gesamten Betrieb zu übernehmen. Menrad wurde 1896 gegründet und hatte zuletzt etwa 115 Mitarbeiter in Schwäbisch Gmünd beschäftigt, bevor die Schließung beschlossen wurde.

Die Situation im Einzelhandel

Generell steht der Einzelhandel in Deutschland vor Herausforderungen. Laut Statista ist der Markt von einem strukturellen Konsolidierungsprozess geprägt. Der Marktanteil des Online-Handels wächst, während die physischen Geschäfte immer mehr unter Druck geraten. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend weiter verstärkt, da viele Kunden sich auf Online-Einkäufe konzentrierten.

Im Lebensmitteleinzelhandel haben Discounter wie Lidl und Aldi die Nase vorn, während traditionelle Mode- und Bekleidungsgeschäfte mehr und mehr zurückstecken müssen. Angesichts dieser Entwicklungen könnte Schwäbisch Gmünd eine Umstellung im Einzelhandel erleben müssen, weg von bloßen Verkaufsflächen hin zu kreativeren und vielseitigeren Konzepten.