Streit um Millionen: Stadtwerke Aalen und Ex-Chef im Vergleichsprozess
Streitfall um Stadtwerke Aalen: Ex-Geschäftsführer Trautmann klagt gegen Kündigung, Vergleichsverhandlung am 31. März 2026.

Streit um Millionen: Stadtwerke Aalen und Ex-Chef im Vergleichsprozess
In Aalen, da simmer wieder mitten im Geschehen: Am Landgericht Ellwangen haben gestern die Verhandlungen zwischen den Stadtwerken Aalen und ihrem ehemaligen Geschäftsführer Christoph Trautmann begonnen. Das Interesse an der Verhandlung war riesengroß, die Zuschauer strömten in Scharen, sodass selbst benachbarte Räumlichkeiten für die Sitzung genutzt werden mussten, berichtet SWR. Beide Parteien haben den Wunsch geäußert, in einem Vergleich zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen und damit einen jahrelangen Rechtsstreit zu vermeiden. Richter Jürgen Nagel bemerkte, dass dies ein komplexer Fall mit einer Menge an Schriftverkehr – insgesamt über 700 Seiten – ist.
Der Streit dreht sich um die fristlose Kündigung Trautmanns, die im Dezember 2022 ausgesprochen wurde. Trautmann klagt nun gegen diese Entscheidung und fordert mögliche Gehaltsansprüche, die sich auf bis zu 800.000 Euro bis März 2029 belaufen könnten. Im Gegenzug haben die Stadtwerke Aalen eine Widerklage eingereicht, in der sie Schadensersatzforderungen in Höhe von etwa 6,5 Millionen Euro geltend machen. Diese Summe ergibt sich aus einem Defizit, das durch verjährte Rechnungen und nicht eingetriebene Gelder verursacht wurde, wie die Schwäbische Post berichtet.
Die Hintergründe des Konflikts
Die Gründe für die Kündigung von Christoph Trautmann sind noch immer nicht öffentlich gemacht worden. Ricky Brütting, der Oberbürgermeister und Vorsitzende des Aufsichtsrats, bezeichnete die Entscheidung jedoch als „zwingend notwendig“. Während Trautmann seit seiner Abberufung keine Bezüge von den Stadtwerken erhält, könnte der Prozess weitreichende finanzielle Folgen für die Stadtwerke Aalen haben, sollte das Gericht ihm recht geben.
Aktuell kämpfen die Stadtwerke Aalen ja eh mit finanziellen Problemen, haben sie doch auch für 2023 und 2024 Defizite von über 18 Millionen Euro in den Büchern stehen. Diese Verluste entstehen aufgrund von „Abrechnungschaos“, Problemen bei der Energiebeschaffung und steigenden Kosten. So mag es nicht überraschen, dass ein neues Controlling-System in den ersten zwei Quartalen des kommenden Jahres eingeführt werden soll. Ein prognostizierter Gewinn von rund drei Millionen Euro im September 2025 könnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
Ein möglicher Vergleich und was auf dem Spiel steht
Die Verhandlungen um einen Vergleich haben bereits am ersten Verhandlungstag begonnen. Richter Nagel hat eine Summe von etwa 950.000 Euro ins Spiel gebracht, die die Stadtwerke im Falle eines Vergleichs erhalten könnten, während Trautmann auf Gehaltszahlungen und Abfindungen verzichten müsste. Beiden Parteien war anzumerken, dass sie offen für diese Gespräche sind, dennoch wird es spannend, ob sie bis zum festgelegten Termin am 31. März 2026 tatsächlich zu einer Einigung kommen können.
Wenn die Verhandlungen scheitern, könnte es zu einem langen und teuren Prozess kommen. Mancherorts wird sogar befürchtet, dass der Streit sich bis zum Ruhestand des Richters hinziehen könnte. Das ganze Geschehen könnte also nicht nur für die Stadtwerke Aalen, sondern auch für Trautmann einen langen Schatten werfen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und ob eine Einigung wirklich in Sicht ist.