Biberach im Finanzchaos: Kreishaushalt 2026 vor großen Herausforderungen!

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Finanzdezernent Biberachs diskutiert Kreishaushalt 2026: Herausforderungen, Defizite und Investitionspläne im Fokus.

Finanzdezernent Biberachs diskutiert Kreishaushalt 2026: Herausforderungen, Defizite und Investitionspläne im Fokus.
Finanzdezernent Biberachs diskutiert Kreishaushalt 2026: Herausforderungen, Defizite und Investitionspläne im Fokus.

Biberach im Finanzchaos: Kreishaushalt 2026 vor großen Herausforderungen!

Heute ist der 9. November 2025 und in der politischen Landschaft des Landkreises Biberach steht ein bedeutsames Thema zur Debatte: der Kreishaushalt für das Jahr 2026. Finanzdezernent wirbt für Augenmaß in der Haushaltsplanung und warnt vor einem Kahlschlag der kommunalen Leistungen. Während in Deutschland die finanzielle Lage vieler Kommunen durch das schwache Wirtschaftswachstum und steigende Aufgabendynamik auf der Kippe steht, macht Biberach keine Ausnahme.

Nach einem Bericht der Bertelsmann-Stiftung ergibt sich eine prekäre Finanzlage für viele Gemeinden. Das bundesweite Defizit der Kommunen übersteigt bereits die Marke von 30 Milliarden Euro. Für Biberach sieht die Prognose weniger rosig aus: Obwohl ein positives Ergebnis von 1,8 Millionen Euro für 2024 erwartet wird, rechnet der Landkreis für 2025 mit einem Defizit von 12 Millionen Euro. Die angesammelten Rücklagen werden bald aufgebraucht sein, was die Kommunalpolitik vor große Herausforderungen stellt.

Steigende Ausgaben und Rückgänge bei den Einnahmen

In den letzten zehn Jahren sind die Aufwendungen im Landkreis Biberach dramatisch angestiegen – von 202 auf 406 Millionen Euro. Ein zentrales Problem sind die Sozialtransferleistungen, die 2025 voraussichtlich um 8 Millionen Euro auf rund 113 Millionen Euro steigen werden. Seit 2020 ist der Zuschussbedarf für die Eingliederungshilfe um 27,5 Millionen Euro oder 61% gestiegen. Finanzdezernent fordert daher eine spürbare Entlastung der Kommunen im Sozialetat, um die Haushaltslage nicht weiter zu belasten.

Der Keks ist gegessen: Die personellen Kosten steigen ebenfalls um 7,4 Millionen Euro auf 82,8 Millionen Euro, während die Kreisverwaltung keine zusätzlichen Stellen im Stellenplan für 2026 veranschlagt hat. Diese stabil bleibt bei 1.026,45 Planstellen. Zudem wird für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein Anstieg des Zuschussbedarfs von 8 auf 9,9 Millionen Euro erwartet, was aufgrund der angespannnten finanziellen Lage zu Verzögerungen bei notwendigen Verbesserungen führt.

Investitionsvorhaben im Blick

Trotz der herausfordernden finanziellen Situation plant der Landkreis ein Investitionsvolumen von 165,2 Millionen Euro bis 2029. Für das kommende Jahr sollen 27 Millionen Euro in bedeutende Projekte fließen, darunter der B-30-Aufstieg, die Nordwesttangente Laupheim und die Ortsumfahrungen B-312. Diese Investitionen sind entscheidend, um die Infrastruktur auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten.

Allerdings wird die Diskussion um die Kreisumlage für 2026 nicht leicht. Ursprünglich bei 31% kalkuliert, würde die Stadt Biberach 47,2 Millionen Euro zahlen müssen. Zugleich sinken die Schlüsselzuweisungen des Landes im kommenden Jahr um 7 Millionen Euro auf 26,9 Millionen Euro. Die Steuereinnahmen der Kommunen sollen 2024 allerdings um fast 10% auf rund 462,6 Millionen Euro steigen, was in diesem Kontext ein Lichtblick sein könnte.

Die Kreishaushaltsdebatte wird in den nächsten Wochen in verschiedenen Ausschüssen besprochen. Ein Beschluss soll am 12. Dezember 2025 gefasst werden. Angesichts der prekären finanziellen Realität müssen die Entscheidungsträger einen schmalen Grat zwischen notwendigen Einsparungen und der Aufrechterhaltung wichtiger kommunaler Dienstleistungen finden – eine Herausforderung, an der viele Kommunen in ganz Deutschland zu kämpfen haben, wie Tagesschau erkennt.

Am Ende könnte sogar eine Kreditaufnahme nötig werden, die letzte lag 21 Jahre zurück. Die Weichen für die kommunale Zukunft sind also gestellt und die Verantwortlichen sollten dabei ein gutes Händchen beweisen, um die Balance zwischen Haushalt und Leistung zu finden. In der Biberacher Kommunalpolitik liegt ein steiniger Weg vor uns.