Mosbach leuchtet für Menschenrechte: Zeichen gegen die Todesstrafe!
Mosbach beteiligt sich am 30. November an „Cities for Life“ und setzt ein Zeichen gegen die Todesstrafe für Menschenrechte.

Mosbach leuchtet für Menschenrechte: Zeichen gegen die Todesstrafe!
Was tut sich in Mosbach? Am 30. November wird die Stadt Teil eines bedeutenden internationalen Aktionstags gegen die Todesstrafe sein. Ab 16:30 Uhr wird das Rathaus in festlichem Licht erstrahlen, um ein starkes Zeichen für die Menschenrechte zu setzen. Diese Initiative ist Teil von „Cities for Life – Städte für das Leben / Städte gegen die Todesstrafe“. Mosbach ist seit 2020 an diesem Aktionstag beteiligt und zeigt auch in diesem Jahr, dass die Stadt hinter der Forderung steht, die unmenschliche Praxis der Todesstrafe abzuschaffen. Nach Angaben von MRN News haben sich mittlerweile rund 300 Städte in Deutschland, darunter prominente Namen wie Berlin und Stuttgart, dem Aktionstag angeschlossen.
Doch was steckt hinter dieser Aktion? Die Bewegung wurde 2002 ins Leben gerufen, um das Bewusstsein in der Zivilgesellschaft zu schärfen. Ziel ist es, die Todesstrafe aus den Rechtsvorschriften aller Staaten zu entfernen. Der verstorbene Papst Franziskus äußerte sich bereits kritisch zur Todesstrafe und charakterisierte sie als gegen die persönliche Würde gerichtet. In einem neueren Schritt verabschiedete die UN-Generalversammlung im Dezember 2024 eine Resolution für ein universelles Moratorium, die von 130 Staaten unterstützt wurde.
Internationale Entwicklungen
Die weltweite Haltung zur Todesstrafe verändert sich zunehmend. Laut einem Bericht von Amnesty International haben im Jahr 2023 nur 15 Länder Hinrichtungen vollzogen, während nahezu drei Viertel aller Länder die Todesstrafe entweder gesetzlich oder praktisch abgeschafft haben. 113 Staaten haben die Todesstrafe für alle Verbrechen abgeschafft. Positive Entwicklungen umfassen das Abschaffen der Todesstrafe für Drogendelikte in Pakistan und die Befreiung des langjährigen Todeskandidaten Iwao Hakamada in Japan.
Schaut man jedoch in andere Teile der Welt, wird die Sache besorgniserregend. In Myanmar führen regimekritische Äußerungen zu Todesurteilen, und Berichte über Hinrichtungen im Gazastreifen sowie im Iran machen deutlich, dass die Situation noch lange nicht überall verbessert ist. Der Sudan, Südsudan und Uganda haben 2024 wieder Todesurteile verhängt, was die besorgniserregende Tendenz in vielen Krisengebieten unterstreicht.
Lokale Initiativen und Engagement
Zurück nach Mosbach: Die Gemeinschaft Sant’Egidio, die seit 1998 gegen die Todesstrafe kämpft, initiiert die Aktion „Cities for Life“ und pflegt Brieffreundschaften mit Todeskandidaten. Zudem setzt sie sich für die Verbesserung von Haftbedingungen ein. Der 30. November wurde bewusst gewählt, da dies der Jahrestag der Abschaffung der Todesstrafe im Großherzogtum Toskana im Jahr 1786 ist.
Vielfältige Aktionen prägen den Aktionstag: Neben der besonderen Beleuchtung wird es auch Dichterlesungen und Schulprojekte geben, die zum Nachdenken anregen und die Bedeutung der Menschenrechte ins Licht rücken.
Mit solch einem Engagement im Kleinen könnte vielleicht eines Tages auch das große Ganze verändert werden. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema finden sich auf der Webseite der Initiative gegen die Todesstrafe.